Verfasst von: geartard | Juli 1, 2011

AN/ PVS-7/B – Das klassisch- moderne Nachtsichtbinokular

Im Dunkeln ist gut munkeln – aber nicht mit uns!
Diese alte deutsche Volksweisheit umschreibt sehr schön und prägnant, dass mit dem Schwinden des natürlichen Lichtes allerhand Aktionen vorbereitet werden, die sich in welcher Form auch immer heimlich gegen andere Personen richten. Um so gelegener kommt diese Phrase für den Auftakt für unseres Sommer- Highligtes 2011, die NVD- Serie. Beginnen wir heute mit einem der klassischen Nachtsichtgeräte der 2000er Jahre.
Dazu präsentieren wir das AN/PVS-7/B.


Eine kurze Vorstellung:
Die oft gelesene Abkürzung AN/PVS steht für „Army/Navy Passive Vision Sight“. Die jeweils dahinterstehende Ziffer gibt das Modell des Nachtsichtgerätes an, in unserem Falle das Modell mit der Nummer „7/B“, also gibt es hier eine Verbesserung. Angezeigt ist diese Verbesserung durch das „B“ im Vergleich zur ersten Version.
Das gezeigte AN/PVS-7/B verfügt über eine einzelne Bildröhre der Generation 3 und gehört somit zu den fortschrittlicheren Modellen. Der Blick beider Augen wird über ein System von Spiegeln und Linsen in die einzelne Bildröhre geleitet. Dadurch wird für beide Augen ein kreisrunder Bildausschnitt erzeugt.
Auch dabei ist eine Tragetasche (NVG Storage/ Transport Bag) für das Nachtsichtgerät und dessen benötigtes Zubehör. Diese Tasche ist vergleichsweise einfach gehalten. Sie verfügt über eine Reißverschlussöffnung mit einem einzelnen Reißverschluss (One Way Zipper) und verschieden große Innenfächer, um das Zubehör wie Reinigungstücher, Gummiringe und weitere Klein- und Anbauteile mitzuführen. Befestigt wird diese doch recht große Tasche über einen Fastex- Buckle und kann durch eine dünne angenähte Schnur am Bein festgezurrt werden. Interessanterweise verfügt diese Tasche trotz des doch recht empfindlichen Inhaltes über keine Versteifung oder Polster.
Kommen wir nun zu dem wirklich interessanten Part, den Bildern.

Das Gesamtpaket:
Hier ohne Kommentar der offenbar geschmälte Lieferumfang des AN/PVS-7/B. Die Details folgen im weiteren Verlauf. Das Magpul P-Mag im Bild dient lediglich als Stütze zur besseren Darstellung.

Die Vollansicht:
Hier gut zu sehen sind die profilierten Flächen auf dem Monokular, welches zur Scharfstellung von nah bis unendlich genutzt wird. Zwischen Gehäuse und den aus Gummi gefertigten Puffern befinden sich Stellschrauben um die etwaige Dioptrinzahl des Trägers individuell für jedes Auges anzupassen. Auch erkennbar die Montageklammer, welche Aufschluss darüber gibt, dass ein Rhino Arm als Helmmontage genutzt wird. An der Seite erkennbar sind Durchlässe am Gehäuse. Diese sind zum Befestigen von Paracord oder einer vergleichbar stabilen Schnur, welches am Helm in die Montage geknotet wird. So sichert man das kostbare Stück Ausrüstung gegen Beschädigung und den Aufprall auf hartem Boden, sollte dem Träger in einem hektischen Monat das Gerät aus den Händen entgleiten.

Die Seitenansicht/ Batteriefach:
Zu sehen ist das Batteriefach. Der Deckel, ein Schraubverschluss, ist mit einem Kabel, welches am Gehäuse befestigt ist, gegen unbeabsichtigten Verlust gesichert.
An den Augenpuffern aus Gummi ist je ein Loch erkennbar. Diese Löcher verhindern das Bilden eines geschlossen Druckraumes zwischen Auge und Linse.

Betrieben wird das Nachtsichtgerät mit zwei Stück AA- Batterien oder alternativ mit einer einzelnen Lithium Sulfur Dioxide Battery. Mit den handelsüblichen AA- Batterien kann das AN/PVS-7/B bei Zimmertemperatur ungefähr 40 Stunden betrieben werden.

Diese spezielle Batterie ist etwas kleiner und ist mit BA-5567/U bezeichnet. So sieht diese Batterie im nagelneuen und eingeschweißten Zustand aus.

Die Batterien werden als kleines Piktogramm am Gehäuse dargestellt, was ihr auf dem folgenden Bild sehen könnt. Direkt unter dem Schraubverschluss ist die kleine Batterie abgebildet, die beiden AA- Battrerien befinden sich unter dem Monokular auf Batteriekanal eingeprägt.

Die Augenpartie:
So oder zumindest so ähnlich sieht es für den Träger aus, bevor die Augenpuffer das Außenlicht abschirmen.

Die Frontalansicht:
Ein Bild lediglich für die „Optik“, hier gezeigt ist die schöne azurblaue Linse von vorn.

Seitenansicht/ IR- Emitter & Lichtsensor:
Links auf dem Gehäuse ist der Lichtsensor eingebaut. Rechts daneben befindet sich der IR- Aufheller. Dieser hellt auch lichtlose Räume auf, wenn der Benutzer nicht auf natürliches Restlicht in Form von Licht- oder Sternenlicht zurückgreifen kann.
Der rechts im Bild zu sehene Schalter ist zum Aktivieren der Stromversorgung. Die Schalterpositionen gliedern sich wie folgt:

„RESET/ OFF“ – Das Gerät ist ausgeschlatet, aus dem aktivierten Zustand zurückgeschaltet werden die von dem Gerät erkannten Lichtverhältnisse zur Regulierung der Lichtverstärkung wieder zurückgesetzt

„ON“ – Das Gerät ist eingeschaltet

„PULL – IR“ – Ab dieser Position kann der Schalter erst ein Stück heraus gezogen werden und dann dann weiter gedreht werden; dadurch wird der eingebaute IR- Emitter aktiviert, der Benutzer bekommt dieses durch eine kleine rote Kontrolleuchte angezeigt, welche nur im ausgegebenen Bild zu sehen ist. Der IR- Emitter wird benötigt, wenn das AN/PVS-7/B in einer Umgebung ohne vorhandenes Restlicht, welches verstärkt dargestellt werden könnte, operieren muss.

Magnifier:
Ein sinnvolles Stück Zubehör. Dieses Vergrößerungselement wird einfach vorne auf das Monokular gesteckt. Es bietet 3fache Vergrößerung. Sinnvoll ist dieser Vorsatz beim Beobachten von weitläufigen Räumen mit viel offener Fläche. Eingebettet ist der Vergrößerungsvorsatz in einer grünen Tasche auf Basis des good ol‘ ALICE- Systems. Die Tasche verfügt über einen Klettverschluss und Versteifungen in den Wänden und weiterhin sind ein paar Nähte mit roten Fäden genäht wurden. Möglicherweise ist sie von LBT oder SOE, in jedem Fall aber aus der alten Generation der Fertigung.


Hier die hintere Innenseite.

Das „Nachtsichtgeräteinhorn“.

Was wir von dem AN/PVS-7/B halten:
Zunächst fällt auf: Das Ding ist groß. Entsprechend seiner Größe erzeugt das Gerät auch insgesamt eine höhere Masse am Helm, die beim einfachen Drehen des Kopfes in beachtliche Energie umgewandelt wird. Dazu kann neben dem erhöhten Trainingsbedarf auch eine Counter Weight Pouch hinzugezogen werden. Das schafft immerhin einen kleinen Ausgleich, ist aber kein Allheilmittel.
Ein grundsätzliches Problem von allen Nachtsichtgeräten mit der „Horn Style Helmet Mount“, also der Montageklammer wie hier, ist das Wackeln in der Montage. Einfaches Vorbeugen ist hier der Einsatz von Paracord und Shockcord bzw. Gummizügen, welche am Rhino Arm oder der Mount Base am Helm eingehakt werden können. Die Optionen hierzu sind zu vielfältig um sie in einem kurzen Fazit weiter auszubreiten.

Ein Einsatz des IR- Emitters ist mit Vorsicht zu genießen. Man strahlt damit ein auch für andere Benutzer von ähnlichen Geräten ein deutliches Signal aus. Will man bei Gebrauch auf jeden Fall unentdeckt bleiben, muss der Einsatz des IR- Emitters sorgfältig und mit Bedacht erfolgen.

Das Nachtsichtgerät alleine bringt noch keine Vorteile, dazu kommt auch ein entsprechendes Training mit dem Nachtsichtgerät als Komponente in einem System aus zusammenwirkenden Faktoren. Allein schon die Verringerung des Sichtfeldes, welches beim Menschen bei ca. 180° liegt, auf weniger als 50°, stellt den Benutzer vor neue Herausforderungen. Hierzu muss der Benutzer erneut lernen seine Umgebung in kurzen Schritten wahrzunehmen um Entfernungen und Objektgrößen richtig einschätzen zu können.

Der für uns entscheidendste Nachteil liegt allerdings in der Konstruktion des AN/PVS-7- Serie. Genauergesagt der Umstand, dass der Blick beider Augen durch eine einzelne Röhre geleitet wird, was wiederum zu Einschränkungen der gewohnten räumlich einwandfreien Wahrnehmung führt. Hierbei ist das Training wieder der entscheidene Schlüssel. Die Konzentration des Blickes auf die einzelne Röhre führt zu einem Verlust der gewohnten räumlichen Wahrnehmung. In den Extrembereichen der Darstellung wird dies besonders spürbar. Fokussiert man das Nachtsichtgerät auf den Nahbereich um beispielsweise ein Dokument oder eine Karte zu lesen oder um sonstige Arbeiten in Reichweite der Arme vorzunehmen, so ist das Objektiv auf einen bestimmten Abstand eingestellt. Ein Verändern des Abstandes zum betrachteten Objekt führt zu sofortiger Unschärfe und bei Bewegung zu einem Verlust der Orientierung. Ein leichtes Schwindelgefühl setzt ein. Diese Einschränkungen können nur durch Konzentrationsarbeiten bei Benutzung des Nachtsichtgerätes vermindert werden.

Am Beispiel der Nachtsichttechnik wird eines deutlich:
Wer die Technologie hat, der hat noch lange nicht den Vorteil auf seiner Seite.

Seen at night:
Diese Soldaten sind Angehörige des United States Marine Corps, genauer gesagt des MASS-1. Diese Abkürzung steht für Marine Air Support Squadron One. Die Fotos wurden im Jahre 2009 in einem der Thread des Militaryphotos.com- Forums veröffentlichtn. Die Ausrüstung (OTV aka IBA in Coyote Brown und das AN/PEQ-2) lassen vom Aufnahmedatum her allerdings den Zeitraum um 2005 vermuten. Hier findet ihr den Link dorthin.


Hier auffällig ist die grüne Betriebsleuchte der verwendeten AN/PEQ-2.

Weitere Bilder ohne nähere Beschreibung. Sie sind beide etwas älter wie das verwendete Outfit uns zeigt.

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