Verfasst von: geartard | Juli 18, 2011

Brain Bucket 2000 – Der Advanced Combat Helmet by SDS

Die neue Generation der Schutzhelme ist essentieller Bestandteil der Ausrüstung für die nach einhelliger Meinung vieler professioneller Gebrauchswaffenträger wichtigste Waffe im gesamten Arsenal des Anwenders. Der Verstand. Und der Verstand ist selbstredend ein tragender Teil des menschliches Gehirns, welches im Kopf beheimatet ist. Der Kopf, insbesondere das Gehirn, ist der mitunter empfindlichste und zugleich wichtigste Teil des gesamten menschlichen Körpers. Ein gezielter Schuss oder ein für den Betroffenen ungünstig fliegender Splitter kann einen ballistischen Einschlag mit sofortigem Eintritt des Todes verursachen. Umso wichtiger ist das Tragen eines Helmes für Personen, die sich in Krisengebieten aufhalten müssen.
Unsere Überschrift beschreibt eine literarische Karikatur des Helmes allgemein: Brain Bucket. Auf Deutsch heißt dies frei übersetzt Hirneimer. Hier tritt die Widersprüchlichkeit des Begriffes hervor, denn der „Bucket“ ist eigentlich ein Abfalleimer. Damit das Gehirn aber nicht sprichtwörtlich zu Abfall wird, empfiehlt sich das Tragen eines entsprechenden Schutzhelmes.

Die neuere Generation der bekannten US- Helme, welche auch international erfolgreich Einzug gehalten haben, ist heute unser Objekt der Begierde. Wir stellen vor:

Advanced Combat Helmet

Eine kleine Herleitung zum Thema der Helme:
MICH ist eine Abkürzung und steht für Modular/ Integrated Communications Helmet. Die MICH- Serie ist der Nachfolger der mittlerweile betagten Helme der PASGT– Serie. Ausschlaggebend für das Design des MICH ist der weitere Ausschnitt und Platz im Bereich der Ohren um das stoßfreie Tragen eines Headsets wie aus der ComTac- Serie von Peltor oder den Sordins von MSA zu ermöglichen. Zwei dieser Headset haben wir hier bereits vorgestellt. Der MICH wurde ursprünglich für amerikanische Spezialeinsatzkräfte entwickelt, ist aber mittlerweile schon seit längerem bei der US Army der Standardhelm geworden.
Die militärische bzw. interne Bezeichnung der US Army für den MICH lautet Advanced Combat Helmet, kurz ACH. Da der uns vorliegende Helm in seinem Label die Bezeichnung „Advanced Combat Helmet“ trägt, nennen wir unser heutiges Reviewobjekt auch entsprechend. Es gibt keinen technischen Unterschied zwischen den verschiedenen nomenklatierten Modellbezeichnung, egal ob sie MICH 2000, TC-2000 oder ACH lauten.

Unten haben wir unseren ACH in der Gesamtansicht dargestellt, auf die einzelnen Details gehen wir im Folgenden ausführlich ein. Der uns vorliegende ACH wurde von Speciality Defense Systems (abgekürzt SDS) hergestellt. Hier haben wir ein Link zu der Homepage.
Im Auslieferungszustand war der gezeigte Helm grau. Wir haben ihn wegen der für besser erachteten Eigenschaften der Farbe khaki umgesprüht. Dazu verwendeten wir NFM EC- Paint.

Die Rückseite:
Von Haus aus unspektakulär. Wir haben hier eine Klettfläche für Equipment wie Lichtquellen, Counter Weight Pouches, Abzeichen oder ähnliches angebracht. Dazu benutzt haben wir selbstklebendes Klettband des Internetshops Trollmodellbau. Nach unseren bisherigen Erfahrungen spricht kein pragmatischer Grund gegen die Verwendung dieses robusten und stark haftenen Klettbandes.

Weiterhin haben wir hier optionale Goggle Retention Straps verbaut. Diese halten nicht nur das Kopfband einer Staub- oder Spiltterschutzbrille, sondern könnnen auch als zusätzlicher Sicherungspunkt für montiertes Equipment dienen. Ein MS-2000M Strobe Light kann beispielsweise neben der Befestigung mit Klett zusätzlich hier eingeknotet werden.

Die NVG- Mount an der Frontseite:
Vorne am Helm befindet sich eine Aufnahme für Nachtsichtgeräte, welche den Rhino Arm oder einen anderen baugleichen Schwenkarm aufnehmen kann. Sie ist durch eine einzelne Schraube gesichert. Die typischen Nachtsichtgeräte hierfür sind das ältere AN/PVS-7 oder das modernere und sich aktuell im Einsatz befindliche AN/PVS-14.

Die Innereien:
Im Inneren der Helmglocke befindet sich die gravierendste Neuerung der ACH- Serie. Statt eines herkömmlichen Innenhelmes ist die Innenseite der Helmglocke mit runden Klettflächen beklebt (velcro discs). Auf diese Flächen werden die verschieden großen Pads mit schockabsorbierenden Eigenschaften geklettet. Der Helm ist so wesentlich einfacher konstruiert als die Serien davor und das Gesamtgewicht kann so ebenfalls reduziert werden.

Die Pads:
Insgesamt gibt es im Standardhelm drei unterschiedliche Formen der Pads. Von links nach rechts sind folgende Pads zu sehen:
Das „Oval Pad“, welches die Seiten rechts und links am Kopf vom Helm trennt und auspolstert. Dieses Pad ist viermal vorhanden.
In der Mitte ist das „Crown Pad“. Dieses polstert die Oberseite des Kopf zwischen und Helmglocke aus. Es ist ein Mal im Helm vorhanden.
Rechts zu sehen ist das „Tapezoid Pad“. Es polstert Stirn und Hinterkopf. Insgesamt befindet es sich zwei Mal im Helm.
Diese Pads können nach Belieben auf den Klettflächen verändert werden um die Polsterung des Helmes so genau wie möglich an den Kopf anzupassen und die Kopfform mit etwaigen im Einsatzbefindlichen Headsets abzustimmen.

Chin Strap:
Auch verbessert in der neuen Generation der Helme ist das Verwenden von Vierpunkt- Kinnriemen (chin straps). Durch das Verwenden von weiteren Befestigungspunkten am Helm wird das Wackeln des Helmes minimiert und das Gewicht, welches auf dem Kinnriemen lastet, besser verteilt. Der Kinnriemen ist ähnlich die NVG- Monatge durch eine Schraube gesichert.

Zum Abschluss haben wir ein Foto des Labels auf der Innenseite.

Was denken wir über diese Rummsmurmel?
Ein Helm ist in der modernen Kriegsführung mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Direct Action ein unverzichtbarer Teil der persönlichen Schutzausrüstung. Insbesondere durch das Neudesign der MICH- Serie ist das Tragen keine allzugroße Belastung mehr, da Headsets ohne größere Probleme in Kombination mit dem Helm getragen werden können. Auch ein Austauschen und Verbessern der vorhandenen Pads oder des Chin Straps ist mit einem Schraubenzieher (die Pads natürlich von Hand) problemlos machbar.
Mehr gilt es an dieser Stelle dazu nicht zu sagen, die Einleitung spricht mit ihren wenigen Zeilen bereits Bände über die Notwendigkeit eines Schutzhelmes im Gefecht.

Seen on the Front:
Diese Soldaten sind Angehörige des 75th Ranger Regiment. Das Foto entstand 2005 im Irak. Die Rangers tragen MICH- Helme von MSA, vorne montiert ist die einfache AN/PVS-7/14 Mount. Darin eingeklemmt ist das AN/PVS-14 Nachtsichtmonokular. Die Rangers tragen eine einfache Bekleidungskombindation, bestehend aus der ACU- Hose in UCP und der PCU Level 5 Softshelljacke in Alpha Green. Neben dem RLCS zu sehen sind Wrist Coaches, Petzl Kopflampen, Alta Flex Knee Pads und das SOPMOD M4 mit Anbauteilen aus dem Block I (unter anderem das hier vorgestellte AN/PEQ-2A).

Eine Aufnahme, die in Deutschland entstand. Sie zeigt Soldaten der 173. Airborne Brigade, welche sich auf einem Predeployment Training befinden. Sie tragen entweder den ACH oder den MICH 2000 mit einem Rhino Arm.


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