Verfasst von: geartard | September 6, 2011

Baby Got Back – Eagle Industries Patrol Pack

Ohne viele Worte der Einleitung wollen wir euch heute einen recht bekannten Rucksack vorstellen.

Heute stellen wir euch das Patrol Pack aus dem bekannten Hause Eagle Industries vor. Dieses Patrol Pack befindet sich in der Version in Coyote Brown auch im Full Spectrum Battle Equipment 2 (FSBE 2) Das uns vorliegende Modell ist allerdings in der Farbe MJK also Khaki.
Rucksäcke werden anhand ihrer Größe kategorisiert, welche jeweils Rückschlüsse auf ihr Fassungsvermögen und ihren Verwendungszweck geben. Bei einem wie dem uns hier vorliegenden Modell handelt es sich wie bereits erwähnt um ein Patrol Pack, also ein Rucksack, welcher zu Patroullienaufgaben verwendet werden soll. Daher darf eine Einsatzdauer von 24 Stunden bis maximal 48 Stunden angenommen werden. Das Patrol Pack fasst also vom Umfang her diejenige Ausrüstung, welche im Idealfall an einem Tag benötigt wird. Hier zu nennen ist die Tagesration, Wasser, verwendungsbezogene Ausrüstung oder Zusatzmunition. Das Volumen des Rucksacks liegt bei ca. 32 Litern. Im Jargon der Outdoor- oder Trekkingszene würde man dieses Rucksack auch als Tagesrucksack bezeichnen.
Fangen wir an mit dem Ruf „Baby, Got Back?

Gesamtansicht:
Auf den ersten Blick liegt uns ein typischer kleiner Rucksack, jedoch mit kleinen Details.
Markant für das Design ist zweifelsohne der rund laufende Zipper. Auf dieses Detail gehen wir später gesondert ein. Der Rucksackkörper verfügt über eine Vielzahl von MOLLE- Schlaufen, mit deren Hilfe das Fassungsvermögen des kleinen Wegbereiters noch gesteigert werden kann.
Ebenso sind an den Seiten je zwei Kompressisonsriemen angenäht, welche mit Fastex- Buckles verschlossen werden. Die Schnallen erlauben ein schnelles Dekomprimieren des Rucksacks ohne dabei die aufwändige Prozedur der Lockerung eines festgezurrtes Riemens vornehmen zu müssen. Ebenfalls positiv ist die niedrige Anbringung des am Reißverschluss des Hauptfaches befindlichen Kompressionsriemens. Dieser ist so tief angebracht, dass nahezuhe die gesamte Länge des Reißverschlusses frei liegt und dieser auch bei angezogenen Riemen gut zugänglich ist.
Am Boden befinden sich weitere MOLLE- Schlaufen.


Deckelansicht:
Streng genommen kann man hier nicht von einem Deckel sprechen, da der Patrol Pack über eine Reißverschlussöffnung statt einer Deckelöffnung verfügt. Hier oben befinden sich zwei Nylonabdeckungen, welche ihrerseits jeweils mit einem Druckknopf gesichert sind. Sie dienen als Durchlass in das Hauptfach und können beispielsweise einer Antenne oder dem Schlauch eines Hydrationssystems den Weg nach außen freigeben.


Die Seitenansicht:
Auch hier fallen wieder die MOLLE- Schlaufen auf. Auch ist das Design hier auffällig, da der Rucksack stromlinienförmig konzipiert ist, allerdings durch die rundverlaufende Reißverschlussöffnung in dieser Form unterbrochen wird. Zwischen den Kompressionsriemen befindet sich eine angenähte Schlaufe, deren Öffnung vertikal ist. Hier kann der Rucksack beispielsweise an Plattformen gesichert werden, allerdings reicht unserer Ansicht diese Schlaufe allein nicht aus.
Beide Seiten sind jeweils identisch aufgebaut.
Auch erkennbar ist der Tragegriff zum einfach Transport des Patrol Pack per Hand.

Die Schulterriemen:
Beide Schulterriemen oder Träger sind jeweils am unteren Ende individuell verstellbar, um deren Länge an die Bedürfnisse des Trägers anzupassen. Die Längenverstellung beinhaltet gleichzeitig ein Quick Release System (bzw. Schnellabwurfsystem) in Form von jeweils einer Fastex- Schnalle je Träger. Weiterhin befinden sich Schlaufen auf jedem Träger, welche MOLLE- Taschen aufnehmen können. Allerdings ist die Breite der Schlaufen deutlich größer als bei den Spezifikationen der genormten Schlaufen. So werden also MOLLE- Taschen wackeln, andere Hilfsmittel wie Grimlocs oder Knicklichter werden auch hier gut halten. Wer keine Grimlocs mag, kann auch die bereits vorhandenen und lackierten Metallringe der Schulterriemen nutzen.


Das Rückenfach:
Ein nettes Feature, schon fast unscheinbar. Auf der Oberseite befindet sich der Zugang zu einem mit Klett verschlossene Fach, welches sich über die gesamte Größe des Rückenbereiches ausbreitet. Auf dem Bild ist es deutlich erkennbar, da die Schulterriemen geöffnet wurden und nach hinten über den Rucksack gelegt wurden.
Öffnet man den Klettverschluss, so zeigen sich verschiedene Verwendungsmöglichkeiten für dieses Fach. Einmal kann eine SAPI- Platte hier verstaut werden. Beispielsweise als Ersatz oder Schutz für den Rücken, falls man ein Chest Rig nutzt und im dem Zuge die 2nd Line leichter zu halten und nach einem akzeptabelen Kompromiss bei dem Gesamtkonzept des persönlichen Schutzes sucht. Auch kann hier ein Polster zum besseren Tragekomfort untergebracht werden oder geheime Dokumente und Unterlagen, welche im recht unscheinbaren Verschluss geschützt sind. Für den Fall, dass hier Papier verstaut wird, raten wir zum Einlaminieren dieser Papierstücke, da die Transpiration des Körpers recht bald in das Fach eindringt und im schlimmsten Fall das Papier und die Tinte unkenntlich macht. Auch ein Trinksystem kann hier verstaut werden, um den Platz im Hauptfach aufzusparen.

Das Rückenteil:
Hier sind durch die Nähte sehr schön die gedachte Auflageflächen für den Rückenbereich genutzt worden. Nach unten hin verbreitert sich die Auflagefläche des Torsionsbereiches, verdeutlicht durch eine Art Kanal, in welchen die Wirbelsäule besser mit dem Rückenbereich zusammenspielen kann. Im Rückenbereich sind dünne Lagen Polstermaterial vernäht, diese sind passend für die Größe des Patrol Packs, da sie die Bewegung nicht einschränken.
Unten befinden sich neben den Aufnahmen der Schulterriemen beidseitig kleine Öffnungen, welche in das Rückenfach führen. Mit der Hand kann man hier nur schwerlich hineingreifen. Lange und dünne Gegenstände würden hier Platz finden.

Das Hauptfach:
Wie oben erwähnt befindet sich das Hauptfach hinter einem Reißverschluss. Dieser ist rund angenäht und umfasst die Hälfte des Patrol Packs. Es gibt also genug Platz um auch in den bis oben hin befüllten Rucksack hineinzugreifen und schnell den gewünschten Gegenstand darin wiederzufinden.
Am dem Rückenteil aufnäht befindne sich rechts und links jeweils ein Riemen mit einer Schnalle zum Komprimieren. Unten im Hauptfach befinden sich die gleichen Riemen noch ein Mal. In der Tiefe des Hauptfaches befinden sich sonst keine weiteren Applikationen, bis auf die obligatorischen Wasserablaufösen.
Die Riemen können zur Befestigung weiterer Ausrüstung dienen, beispielsweise Funkgeräte, eine Pouch für ein zusätzliches, separates Staufach etc.

Der Lower Zipper:
Durch das markante Detail des niedrig angebrachten Reißverschluss und der deutlichen Abhebung von der Stromlinienform entsteht der Eindruck, dass bei diesem kleinen Patrol Pack ein weiteres separates Fach zu finden ist. Hier ist entgegen dieser Erwartung ein gut zugänglicher Durchgriff in den unteren Bereiches Hauptfaches. Eine sehr schlaue Lösung um auch ein vollgepacktes Patrol Pack schnell auszuräumen und seine Ausrüstung wieder zu finden.

Ein kleines Detail:
Für uns eine absolute Selbstverständlichkeit bei modernen Rucksäcken mit militärischem Nutzen. Die mit Paracord verbesserten Reißverschlüsse. Jeder der hier verwendeten Reißverschlüsse verfügt über dieses Feature. Dieses hat gleich zwei Vorteile. Einerseits ist der Reißverschluss auch mit Handschuhen gut erreichbar und benutzbar, andererseits sind alle Reißverschlüsse entklappert, da Metall so nicht mehr auf Metall schlagen wird, sondern auf weiches Paracord.

Das denken wir über das Eagle Patrol Pack:
Ein robuster kleiner Begleiter, allerdings mit wenigen Unzulänglichkeiten, wie wir finden. Die Ringe an den Schulterschlaufen sind aus lackiertem Metall. Wir gehen davon aus, dass diese Lackierung durch Gebrauch nach und nach abblättern wird. Durch den Einfluss von Feuchtigkeit kann also mit dem vorzeitigem Rosten dieser Ringe gerechnet werden. Bei Ringen aus Plastik würde dieser Umstand ausbleiben. An den Schulterriemen ist ebenso kein Brustgurt verbaut. Die Geschmäcker hinsichtlich eines Brustgurtes unterscheiden sich sicherlich. Bei der geringen Größe ist ein solcher Zusatzgurt nicht zwangsläufig erforderlich. Sofern dennoch gewünscht, so kann dieser von einem anderen Rucksack angebracht werden. Die zusätzlichen und großzügig vernähten MOLLE- Schlaufe bieten dem Träger die Möglichkeit das Fassungsvermögen noch deutlich zu erweitern. Vermissen tun wir am Außenbereich allerdings auch etwas, nämlich Klettflächen. Das Anbringen von IR- Tags oder ID- Patches ist somit nicht möglich. Dazu müssten Individualisierungen vorgenommen werden, beispielsweise durch das Aufnähen von Klettflächen oder das Anbringen von MOLLE- Equipment mit Klett. Alternativ können benötigte Informationen auch direkt mit einem wasserfesten Stift auf den Rucksack geschrieben werden.
Weiterhin finden wir, dass der Patrol Pack bedingt EDC– tauglich ist. EDC ist eine Begrifflichkeit aus dem Jargon der Messersammler und bedeutet Every Day Carry; dieser Terminus bezieht sich auf die Alltagstaugkichkeit von Outdoor- oder Militärausrüstung. Die MOLLE- Schlaufen sind doch sehr auffällig und machen das schlichte Gesamtdesign vom Eagle Patrol Pack im Alltag wieder zum (möglicherweise) ungewollten Hingucker. Darüberhinaus fehlen kleine Innenfächer zum Ordnen von Dokumenten, Schreibutensilien etc. Dennoch, die Größe ist eines EDC- Backpacks angemessen, sofern Stauraum benötigt wird.

Packs in use:
Dieses Bild zeigt einen Marine-EOD. Er trägt auf dem Patrol Pack ein Triple Shingle und sichtbar eine Canteen Pouch auf der linken Seite, verdeckt auf der rechten Seite aber zu erkennen. Das zweite Bild ist von uns mit einem Bildeffekt zur Verdeutlichung bearbeitet wurden.
Das Bild entstand 2009 in Afghanistan und wurde vom amerikanischen Department of Defense in einer Bilderserie online veröffentlicht. Hier findet ihr weitere.

Erneut ein Angehöriger des USMC. Hier zu sehen sind Angehörige des Marine Force Recon. Das Bild entstand ca. 2005 im Irak. Die USMC- Soldaten tragen tan- farbene Coveralls, unserer Einschätzung nach den CWU-27/P Flightsuit aus flammenhemmendem Material.

Ein Bild zum Abschluss. Zu sehen sind USMC- Soldaten der 31st Marine Expeditionary Unit (31st MEU) während einer Gefechtsübung. Die hier zu sehenden Soldaten tragen ebenfalls CWU-27/P Flightsuits, allerdings in der Farbe Sage Green. Weiterhin erkennbar ist ein Allied Industries Modular Assault Pack (MAP), einen Allied Ind. MBSS- Plate Carrier, sowie eine PACA LowVis Schutzweste in tan.
Das Bild ist auf der offiziellen Seite des United States Marine Corps erschienen.

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