Verfasst von: geartard | September 12, 2011

Review: Federleicht & Gewaltig – Der Crye Precision Jumpable Plate Carrier (JPC)

Crye Precision ist den meisten Menschen innerhalb unseres gemeinsamen Interessensbereiches bekannt. Der Name steht für Innovation, zukunftsweisendes Design und nicht zuletzt für das noch junge Tarnmuster Multicam. Aktuell macht Crye Precision von sich reden durch den Airframe Helmet, welcher von seinem Design her bisher ungewohnt ist und dennoch sinnvoll erscheint, da er über verschiedene Erweiterungen zum Schutz des Gesichts bzw. des Kopfes verfügt oder zur erhöhten Kompatibilität mit anderen Geräten wie Helmet Camera oder taktischer Beleuchtung. Auch das neue Holster, genannt Gun Clip, welches die Back Up Waffe in Sekundenschnelle freigibt und dennoch sicher und vor allem platzsparend verstaut, ist ein auffälliges Stück aus der 2011 vorgestellten Produktlinie.
Auch in Bezug auf Re- Design von bereits bestehenden System hat Crye Precision wieder von sich reden gemacht und zwar mit dem Jumpable Plate Carrier. Was es sich hinter diesem Namen verbirgt, wollen wir euch heute einmal näher bringen.

Insgsamt zeichnet sich der Jumpable Plate Carrier (wir werden diesen recht sperrigen Begriff im weiteren mit JPC abkürzen) durch sein extrem niedriges Gewicht aus. Der JPC bringt im Leerzustand gerade einmal 650 Gramm (bei Größe Medium) auf die Waage. Trotz dieses geringen Gewichtes, hat es Crye Precision jedoch geschafft den JPC mit nicht weniger Features auszustatten als andere bekannte Modelle wie beispielsweise den Eagle Industries Plate Carrier. Selbstredend steigt das Gewicht erheblich, wenn die angedachten Schutzplatten, genannt SAPIs (Small Arms Protective Insert), genutzt werden. Eine paar Infos zu diesen beschusshemmenden Einlagen findet ihr bei Security Pro USA oder bei dem auch bei dem sehr bekannten Hersteller britischen Gearfabrikanten BAE Systems.

Ein Überblick:
Der Übersicht halber seht ihr hier die Ansicht beim unverschlossenen Cummerbund, auf dem Boden ausgebreitet.

Frontseite:
Was fällt hier auf? Genau! Im Vergleich zu anderen Plate Carrier Modellen wie dem bekannten und sehr leichten Eagle Industries Plate Carrier sind die beiden Panels des Jumpable Plate Carriers sehr schlank vom Schnitt. Man könnte sie auch als SAPI- Pouches mit MOLLE- Webbing bezeichnen.
Oben befinden drei Reihen mit MOLLE- Webbing, auf welchen Klett aufgenäht ist. Dahinter verbirgt sich eine Admin Pouch, welche ihrerseits über eingenähte Gummizüge verfügt. Man kann in innen beispielsweise auch Magazine für die Back Up Waffe unterbringen oder die Admin Pouch für den üblichen Kleinkram wie Stift, Papier, Licht oder zusammengefaltete Dokumente und Unterlagen verwenden.
Darunter befindet sich die Flap, also die Klappe, welche die beiden Enden des Cummerbunds auf dem Front Panel verschließt. Eingelassen in der Flap befindet sich eine Känguru- Tasche (Kangaroo Pouch). Crye Precision hat hier bereits eine dreifache Magazintasche integriert, welche drei AR15 Magazine aufnimmt. Alle Magazine sind jeweils durch eine Trennwand in Position gehalten und durch einen Gummizug gesichert, was diese Magazintaschen zu Shingles macht. Beim LBT-6094 Plate Carrier muss ein Shingle Insert extra dazu gekauft werden, hier ist es im Auslieferungszustand bereits vorhanden. Im Auslieferungszustand befindet sich hier pro Magazintasche eine Scheibe Klettmaterial (Velcro) aufgeklettet, dessen Verwendung wir noch klären.



Der Cummerbund:
Ein ganz besonderes Feature des JPCs sowie das offensichtliche Erfolgsrezept für die Vielseitigkeit trotz des geringen Gewichtes ist der so noch bisher noch nicht gesehene Cummerbund. Dieser besteht aus einer doppelt genähten Lage Cordura- Nylon, welches durch Verbindungsstücke dasselbe Muster hat wie ein klassisch genähter Cummerbund mit Grundplatte. In den Zwischenräumen wurde eine Versteifung eingearbeitet, was die dieses System zu einem vollwertigen Bestandteil eines Plate Carriers macht, da ein schlaffes Hängen verhindert wird. Crye Precision nennt dieses skelettartige Konstrukt AirLite Cummerbund System.




Die Rückseite:
Auch hier befinden sich MOLLE- Schlaufen verteilt über den ganzen Rücken.
Ebenso sehen wir am Rückenbereich eine eher atypische aber modern häufiger auftretende Lösung zur Größeneinstellung des Cummerbundes. Nicht etwa eine extra an das Rear Panel genähte Aufnahme befindet sich hier, sondern Shock Cord. Dieses wird abwechselnd durch den AirLite Cummerbund und dann durch die MOLLE- Schlaufen gefädelt und am Ende verknotet. Crye Precision verwendet dieses System ganz klar um hier das Gewicht zu reduzieren.

Die Innenseite:
Auch hier haben die Designer von Crye Precision sich eine Kleinigkeit einfallen lassen. Es befinden sich auf beiden SAPI- Trägern mittig im oberen Bereich kleine „Fenster“ aus Mesh- Gewebe. Diese sorgen für bessere Ventilation.
Beide Einschübe für die Schutzplatten sind mit breiten Klettverschlüssen gesichert, an welchen sich ein kleine Öffnungshilfe befindet. Auch dieses Feature ist keine allzugroße Neuerung sondern eine Standardapplikation.
Ebenso sehen wir hier auf dem Rear Panel einen angenähten Dreisteg (Ladder Lock Buckle) aus Plastik und den einfachen Ring in Ellipsenform, ebenfalls aus Plastik. Diese beiden Bauteile sind zur weiteren Verschlankung des JPCs. Es werden zwei Straps in Multicam mitgeliefert, welche statt des AirLite Cummerbunds eingesetzt werden können. Man verknappt so natürlich seine Gesamtkapazität beim Loadout, hält aber den gleichen Level an Schutz aufrecht.




Die Träger:
Die Schulterträger sind mittels eines zähen aber leicht elastischen Verbindungsstückes jeweils an den angeschrägten Ecken der beiden Panels (dort, wo die SAPIs auch angeschrägt sind, um bessere Bewegungsfreiheit zu gewährleisten) miteinander verbunden. Diese Verbindungsstücke aus Spandex sind mit dem dünnen Schulterpolster an einander geklettet, welches gleichzeitig auch zur individuellen Längeneinstellung dient. Die beiden Träger sind zusammengeklettet und unter einem Polster aus Multicam- Stoff versteckt, welches die Spandex- Träger wie ein Umschlag umspannt.
An den Seiten dieser beiden Polster befinden sich kleine, helle Klettschlaufen. Diese können zum Durchführen einer Antenne oder eines Schlauches vom Hydrationssytem verwendet werden. Absolut keine Besonderheit mehr dafür eher bei modernen Systemen wie auch unserem JPC selbstverständlich.


Unsere Gedanken zum JPC:
Crye Precision macht einen mutigen Schritt aber einen gelungen dazu, wie wir finden. Trotz seines sehr flachen bzw. low profile gehaltenen Designs steht der Jumpable Plate Carrier seinen Konkurrenzmodellen in keinerlei Hinsicht nach, eher im Gegenteil. Er übertrifft sie sogar. Benötigt man beispielsweise bei einem Eagle Industries Plate Carrier mehr Platz für Kampfmittel und sonstige Gegenstände wie Kommunikationsmittel oder Signalmittel, so ist man hier auf den beiden vorhandenen Panels beschränkt. Nicht aber beim JPC, dieser kann durch AirLite Cummerbund von seinem Platz her an jeden herkömmlichen Plate Carrier heranreichen. Ebenso kann der AirLite Cummerbund gegen die mitgelieferten Straps ausgetauscht werden, wodurch sich einerseits sein Gewicht aber auch seine Anbringungsmöglichkeiten verringert.
Crye Precison bietet eine Reihe von Erweiterungsmöglichkeiten an, nämlich MBITR Pouches, welche unter die Flap geklettet werden können und gleichzeitig als Magazintaschen dienen können, und Side SAPI Pouches. Diese wiederum werden in den AirLite Cummerbund eingeschlauft und bieten dem Träger so den gleichen Schutzumfang wie bei einem gleichartigen Plate Carrier, beispielsweise dem deutlich größeren aber nicht vielseitigeren LBT-6094.
Auch der JPC hat einen kleinen Nachteil. Will man ihn zu Trainingszwecken ohne SAPIs tragen, so muss man feststellen, dass dies nicht ohne weiteres möglich ist. Sollte der AirLite Cummerbund jeweils weit auf der gegenüberliegenden Seite eingeschlauft sein, so dass beide Teile übereinander liegen, wird sich bei Querbelastung wie sie beim Anziehen und Schließen des Cummerbundes üblich ist das Rear Panel zusammenziehen und knautschen. Verhindern kann man diesen kleinen Missstand durch Fixierung des Cummerbundes, beispielsweise unter Zuhilfenahme zweier MALICE- Clips oder SAPI- Dummies.
Auch etwas unpässlich ist die fest eingenähte dreifache Magazintasche. Wären die Trennwände wie bei beispielsweise beim Vel- Tye LowVis Chest Rig lediglich eingeklettet, so könnte man nicht nur größere Magazin (wenngleich derer nur zwei Stück) transportieren oder die Kangaroo Pouch auch nach eigenen Bedürfnissen breitbandiger nutzen.
Alles in allem ist der Jumpable Plate Carrier dennoch aufgrund seiner Vielseitigkeit und weitreichenden Einsatzmöglichkeiten, die wir oben ausführlich beschrieben haben, eine lohnenswerte Investition.

While kicking some asses in the sandbox:
Diese Bilder haben wir euch bereits unlängst präsentiert. Sie zeigen Marines des Marine Special Operations Command (MarSOC) in Afghanistan, jetzt im Jahre 2011.

Es zeigt den Jumpable Plate Carrier mit den MBITR- Pouches an der Seite. Eine weitere Auflistung der Ausrüstung findet ihr in dem verlinkten Artikel. Bisher ist dieses Bild das einzige, welches wir kennen, auf dem der Jumpable Plate Carrier im Kriegseinsatz zu sehen ist.

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Responses

  1. I like your shit

  2. 1.3kg in M im leeren Zustand?
    Er ist überall mit 1.3lbs angegeben, was etwa 600g entspricht und imho eher hin kommen könnte, da z.B. ein leerer EPC in M, an dem deutlich mehr Material ist, etwa 1.1kg wiegt.

    • Geändert. :)Danke für den Hinweis.

  3. für was sind jetzt die kleinen schwarzen klett kreise ?


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