Verfasst von: geartard | Januar 14, 2012

Kifaru Tactical Handwarmer Pouch – Die Koala Tasche für die kalten Tage

Was haben diese junge Dame hier…

… und der uns bereits bekannte Army Special Forces Operator…

…gemeinsam?

Richtig! Beide wollen keine kalten Hände im Winter bekommen.

Gegensätzlich ist lediglich die Intention des Tragens eines Handwärmers. Dazu ein kleiner Exkurs. Ein Handwärmer wird auch Muff genannt, abgelietet aus dem Latainischen von muffula , was übersetzt ins Deutsche Pelzhandschuh bedeutet. Ein solches Accessoire ist vor mehreren hundert Jahren erfunden worden und vornehmlich eine Ergänzung zur Winterkleidung für bürgerliche und gehobene Stände um der Kälte besser zu trotzen. Handschuhe waren zwar erfunden und durchaus gebräuchlich, jedoch galt der wesentlich aufwänderigere Muff durch seine Größe und den damit einhergehenden Mehrbedarf an teurem Pelz zur Verarbeitung als gehobeneres Symbol von Wohlstand. Zu Zeiten der Ständegesellschaft noch von männlichen und weiblichen Trägern gleichermaßen genutzt, entwickelte sich das Muff im anbrechenden 20. Jahrhundert zu einem typischen Damenaccessoire.

Trotz der femininen Anhaftung hat die US- amerikanische Gearschneiderei Kifaru, bekannt vor allem für durchdachte Rucksacksysteme für den militärischen Einsatzzweck und Nischenlösungen im Outdoorbereich wie auch für kleine Helferlein bei Feldaufenthalten, das Konzept des Muffs aufgegriffen und es in das 21. Jahrhundert transkribiert. Herausgekommen ist die
Kifaru Tactical Handwarmer Pouch. Dieses kleine TacGadget werden wir euch heute vorstellen.

Zunächst zeigen wir euch den Aufbau der Tactical Handwarmer Pouch (THWP) und gehen kurz auf die vorhandenen Features ein.

Die Gesamtansicht:
Die Handwarmer Pouch verfügt über vier Dreistege auf der Rückseite, diese sind dazu vorgesehen, um sie in das MOLLE Webbing zu schlaufen. Zwei dieser Dreistege befinden sich auf der oberen Seite, zwei auf der unteren. Die Außenhaut besteht aus einem feuchtigkeitsabweisenden Kunststoffgewebe, welches gleichermaßen zur robusten Erscheinung der Pouch beiträgt. Dieser sehr robuste Stoff ist die sogenannte Rhino Skin. Auch bei anderen Kreationen Kifarus findet man diese Rhino Skin.
Im nachfolgenden Bild ist die Handwarmer Pouch mit den oberen beiden Dreistegen in die beiden AR15 Shingles befestigt.



Die Dreistege in der Detailansicht:

Das Reißverschlussfach:
Kifaru hat mitgedacht und verschenkt auch hier keinen Platz. Auf der Vorderseite ist ein Reißverschlussfach um eventuell verlorengegangenen Stauraum durch Benutzung des Handwarmers zu kompensieren. Hier findet für extrem tiefe Temperaturen sinnvollerweise ein aktiver Handwärmer seinen Platz, sei er elektrisch oder chemisch betrieben, oder auch die Handschuhe des Benutzers oder sogar seine Faustfeuerwaffe.


Das Innenfutter:
Das Innere der Handwarmer Pouch ist mit einem von Kifaru entwickelten Isolationsstoff ausgepolstert, welchen Kifaru Combat Climashield nennt. Die Haptik entspricht mit bloßem Händen gefühlt einem feinen Schlafsack für tiefe Temperaturen, ähnlich einem Carinthia Defence Schlafsack. Dieses hochwertige Material ist auch gleichzeitig der Grund, warum sich die Hände darin erwärmen.

Der Neck Strap:
Optional wird von Kifaru ein Neckstrap angeboten. Hierbei handelt es sich im ein schlichtes Gurtband mit einem Fastex- Schnellverschluss an einem Ende und einem herkömmlichen Dreisteg am anderen Ende. Der Strap wird in die oberen Dreistege der Handwarmer Pouch geschlauft. Das Tragen um die Hüfte ist somit auch möglich.

Der Vollständigkeit halber gehen wir auch kurz auf die Gear von unserem Model ein. Neben dem Kifaru Handwarmer trägt er ein USMC Watchcap aus Polartec Fleece, ein Under Armour Cold Gear 1/4 Zipper Shirt, die hier bereits vorgestellten Crye Precision Field Pants in AOR1, ein Triple Aught Design Gear Longsleeve (besser bekannt unter dem Kürzel TAD Gear) und den hier im Blog mehrfach gesichteten Crye Precision JPC mit Taschen von Eagle Industries und Blackhawk Industries. Für die Modelarbeit möchten wir uns an der Stelle herzlich bei Sven bedanken.

Das denken wir über die Kifaru Handwarmer Pouch:
Eine wirklich nette Idee aus dem Hause Kifaru für den Einsatz in Kälte. Wozu aber eine Handwarmer Pouch statt Handschuhen? Vorteilhaft erweist sich zur Beantwortung dieser Frage die Kenntnis über das Tragen von Thermohandschuhen. Thermohandschuhe bieten eine gute Isolation gegen Kälte und halten die vom Körper erwärmte Luft nah bei der Haut. Problematisch erweist sich hier die Notwendigkeit einer Isolationsschicht, welche Vorraussetzung für die Wärmespeicherung ist. Dadurch haben Handschuhe mit entsprechenden Eigenschaft auch eine spürbare Dicke und diese wirkt sich geradezu schmerzlich nachteilhaft auf die natürliche Agilität und Feinfühligkeit der menschlichen Hand aus. In einer solchen Verpackung wirken die menschlichen Hände wie bessere Knüppel. Der Umgang mit Waffen wie das Betätigen des Abzuges oder von Waffenabauteilen mit der vorrausgesetzten taktilen Feinfühligkeit entfällt. Ebenso ist das Verwenden von kleinen Werkzeugen, insbesondere von kleinen Multitools schlichtweg nicht mehr möglich oder zumindest nervenaufreibend.
Das Tragen von taktischen Einsatzhandschuhen ist weniger behindernd. Vorteilhaft ist die Schutzwirkung gegen physikalische Einflüsse wie Staub, Partikel, stumpfe (nicht ballistische) Einschläge und Reibung an Oberflächen. Vor diesen Einwirkungen ist die Hand als mitunter wichtigste Extremität geschützt. Allerdings können Einsatzhandschuhe keinen Schutz vor Kälte bieten ohne die Punkte der Positivliste zu eliminieren. An dieser Stelle schließt der Handwarmer die Lücke. Er erlaubt es dem Träger auch bei widrigen Temparaturen die gewohnten Einsatzhandschuhe zu tragen um sich daran. Nicht nur für den Soldaten im Einsatz ein erheblicher Vorteil. Auch im zivilen Leben bei zahlreichen Outdooraktivitäten kann sich die Tactical Hand Warmer Pouch als nützlicher Begleiter erweisen. Insbesondere bei einer lang andauernden Ansitzjagd kann so auf Thermohandschuhe verzichtet werden. Die Hände können in der Handwarmer Pouch ruhen und beim Erscheinen von Wild kann das Gewehr mit der nötigen Ruhe in den Anschlag gebracht werden.
Insgesamt erachten wir die Tactical Handwarmer Pouch als schlauen Begleiter, der auch im Alltagsleben seinen Nutzen erfüllen kann. Sein „tacticooles“ Design hebt ihn markant vom gängigen Muff für Damen ab, womit man sich auch als Mann nicht dem Bedürfnis warmer Hände scheuen muss. Und seien wir ganz ehrlich: Nicht jeder hat die THWP.

Seen on the Front:
Bisher sind uns keine Bilder von dem Kifaru Handwarmer bekannt. Bei dem Handwarmer, welchen wir oben als Eye Catcher verwendet haben. handelt es sich um einen Handwarmer der Marke Eagle Industries.

Auf YouTube ist seit längerem ein Produktvorstellungsvideo zu finden. In diesem stellt der Besitzer von Kifaru selbst die Tactical Handwarmer Pouch vor. Im Video ist noch der Prototyp zu sehen. Es werden verschiedene Trageweisen und Ideen zur Befestigung an Tragesystemen/ Plate Carrier Systemen aus dem Programm von Kifaru vorgestellt.

Das erste Bild mit dem Model, welches einen Muff trägt, entstammt der Seite Initiative Handarbeit.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: